In Remscheid wurden sowohl die Solotänzerinnen als auch die Formation den hohen Erwartungen gerecht und konnten u. a. zwei Siege und die Nominierung für die EM erringen.
Vanessa Rohrmoser siegte wie im Vorjahr in ihrer Alterklasse Schüler A und sorgte für den ersten Delmenhorster Sieg des Wochenendes. Bereits die beiden Pflichttänze am Sonnabendmorgen dominierte sie deutlich und brachte einen beruhigenden Abstand zwischen sich und ihre vier Konkurrentinnen. Auch den Originaltanz am Nachmittag werteten die Kampfrichter eindeutig zu ihren Gunsten, so dass Vanessa schließlich mit mehr als zehn Punkten Vorsprung vor der Zweitplatzierten siegte.
Etwas enger wurde es in der Alterklasse Jugend, in der neben Kim Julia Jensen und Daniela Sanders sechs weitere Tänzerinnen aus dem Bundesgebiet antraten. Nach ihrem Vorjahressieg war Kim Julia Jensen hier favorisiert und stellte ihr Können bereits in den beiden Pflichttänzen unter Beweis, die sie klar gewinnen konnte. Auch den folgenden Originaltanz entschied sie für sich und konnte einen ungefährdeten Sieg mit nach Hause bringen. Für eine Überraschung sorgte Daniela Sanders auf ihrer ersten Deutschen Meisterschaft. Nach zwei sehr guten Pflichttänzen lag sie hinter ihrer Vereinskameradin auf dem zweiten Rang. Im Originaltanz wurde sie zwar von der bereits erfahreneren Vanessa Nesta aus Freiburg geschlagen, am Ende blieben aber ein hervorragender dritter Platz und die dritte Medaille für den Delmenhorster TV.
Im Wettbewerb Meisterklasse musste sich Julia Purrmann in diesem Jahr mit sieben Konkurrentinnen messen, im Vorjahr traten insgesamt nur fünf Tänzerinnen an. Wie im Vorjahr zeigt sich die Kielerin Jasmina Nonkovic in exzellenter Form und gewann sowohl die Pflichttänze als auch die Kür. Julia Purrmann zeigte zwei sehr ausdrucksstarke und fehlerfreie Pflichttänze und reihte sich auf Rang zwei ein. Auch ein Straucheln in der Kür konnte ihren zweiten Platz nicht gefährden. Insgesamt war der Abstand zur Kielerin geringer als im Vorjahr, Julia Purrmann etablierte sich damit als zweitbeste Solotänzerin in Deutschland.
Für den nächsten Erfolg des Wochenendes sorgte die Formation SKATE THAT, die sich einen der zwei zu vergebenen deutschen Startplätze für die Europameisterschaften in Porto (PT) sicherte. Mit der ersten Startnummer zeigten die Delmenhorster im Sichtungslauf ihr erfolgreiches Carmina Burana-Programm und beeindruckten durch eine nahezu fehlerfreie Darbietung. Auch die Integration von drei neuen Läuferinnen funktionierte sehr gut. Nicht überzeugen konnten die Formationen aus Hanau und Remscheid, deren Schwierigkeitsgrad als zu niedrig eingeschätzt wurde. Das zweite Ticket sicherte sich das Dream Team aus Niedersachsen, das zwar mit mehreren Stürzen zu kämpfen hatte, aber durch die Qualität des Programms die Wertungsrichter überzeugte.
Der große Wehrmutstropfen bleibt aber die Sperrung der Sporthalle am Stadion, die von den Rollsportlern im Winter mit durchschnittlich 16 Stunden pro Woche und im Sommer mit durchschnittlich 22 Stunden pro Woche intensiv genutzt wird. Bedenkt man dazu, dass die Europameisterschaften bereits in knapp acht Wochen stattfinden werden, wird die Brisanz des Problems noch deutlicher. Hier ist die Stadt Delmenhorst gefordert mit dem Delmenhorster TV eine schnelle und umkomplizierte Lösung zu entwickeln.
Keno Stutz