Drei Landestitel für Delmenhorster Rollsportler

Die Landesmeisterschaften im Rollkunstlauf vom vergangenen Wochenende in Harsefeld waren für die Rollsportabteilung des Delmenhorster TV ein erfolgreicher Auftakt in die neue Saison. Zwei Siege bei den Solotänzerinnen, eine gute Vorstellung im Kürwettbewerb und die Titelverteidigung durch die Formation SKATE THAT lassen für die weiteren Wettkämpfe des Jahres hoffen.

Es gingen nur drei der vier Delmenhorster Solotänzerinnen an den Start, Vanessa Rohrmoser konnte verletzungsbedingt an den Landesmeisterschaften teilnehmen. Ihr Start auf den Norddeutschen Meisterschaften in zwei Wochen scheint aber sicher.

Im Wettbewerb Jugend waren mit Kim Julia Jensen und Daniela Sanders gleich zwei Läuferinnen des DTV vertreten. Daniela Sanders hatte im ersten Pflichttanz leichte Taktprobleme, konnte sich im zweiten Pflichttanz aber steigern. Trotzdem blieb nach dem ersten Teil des Wettbewerbes nur der fünfte Rang von sechs Starterinnen. Kim Julia Jensen zeigte zwei gute Pflichttänze und lag souverän auf dem ersten Rang. Auch in der Kür zeigte Kim Julia Jensen eine sehr gute Leistung und zeigte die beste Rumba des Teilnehmerfeldes. Verdientermaßen stand sie auch am Ende ganz vorne und wurde Landessiegerin in ihrer Alterklasse. Daniela Sanders zeigte ebenfalls eine gute Rumba und konnte an ihre Trainingsleistung anknüpfen. Ihre Kür wurde mit dem dritten Platz belohnt, insgesamt konnte sie sich auf den vierten Platz vorarbeiten.

Im Wettbewerb Meisterklasse gewann Julia Purrmann den Landesmeistertitel. Obwohl sie ihre Pflichttänze nicht so gut wie gewohnt präsentierte, lag sie vor ihrer Konkurrentin aus Einbeck. In der Kür zeigte sie sich besser aufgelegt und konnte den Vorsprung weiter ausbauen. Auch wenn der Sieg an diesem Wochenende ungefährdet war, ist bei den Norddeutschen Meisterschaften sicherlich noch eine Leistungssteigerung möglich.

Die Überraschung des Wochenendes aus Delmenhorster Sicht war allerdings Jennifer Jensen, die als einzige Läuferin des DTV in einem Kürwettbewerb, Cup Damen, startete. In einem starken Feld aus fünf Läuferinnen hatte sie sich vor dem Wettbewerb kaum Chancen auf einen vorderen Platz ausgerechnet, zumal ihre Kür erst in der Woche vor den Landesmeisterschaften fertiggestellt wurde. Nach starkem Beginn mit sehr guten Sprüngen war ihr Improvisationstalent gefragt und sie entschied sich spontan für oder gegen einzelne Elemente. Weitere saubere Doppelsprünge und gute Schritte sorgten für eine gute Benotung durch das Wertungsgericht. Wären ihr die Pirouetten fehlerfrei gelungen, wäre unter Umständen sogar der Sprung ganz nach oben aufs Treppchen möglich gewesen.

Im Meisterklasse Wettbewerb der Formationen waren in diesem Jahr nur zwei Formationen am Start. Mit dem Dream Team aus Südniedersachsen trat der amtierende Deutsche Meister gegen den amtierenden Landesmeister und Zweiten der Europameisterschaften, SKATE THAT, aus Delmenhorst an. Beide Teams zeigten einen fehlerfreien Lauf und präsentierten ihr Programm aus der letzten Saison. Hier zeigte sich die hohe Belastung des letzten Jahres, das vor allem mit internationalen Wettbewerben vollständig ausgebucht war und keine Zeit für den trainingsintensiven Aufbau eines neuen Programmes ließ. Nachdem das Dream Team einen guten Durchlauf ihres Programmes gezeigt hatte, ging SKATE THAT auf die Bahn und überzeugte durch hohe Geschwindigkeit und sehr gute Gleichmäßigkeit. Auch der verletzungsbedingte Ausfall einer Stammläuferin wurde durch eine gute Leistung der Ersatzläuferin kompensiert.

In der A-Note (technischer Wert des Programms) sahen drei der fünf Wertungsrichter SKATE THAT vor dem Dream Team, die Entscheidung in der B-Note (künstlerischer Wert) fiel noch deutlicher aus, hier gab es eine 4:1 Entscheidung zugunsten der Delmenhorster.

Bereits in zwei Wochen begegnen sich die beiden Teams auf den Norddeutschen Meisterschaften in der Nähe von Berlin erneut. SKATE THAT wird auch dort alles daran setzen den Titel des Norddeutschen Meisters aus dem Vorjahr zu verteidigen.

Keno Stutz